Dicke Schwarte

27 12 2008

Vor Weihnachten war ich noch auf ein bisschen fachsimpeln bei Walter Grossmann in der Buchhandlung am Quellenplatz gemeinsam mit dem momentan fast in Klausur lebenden Dichter zu Wien RKB. Und nebenbei hab ich mir meine bestellte Bücher-Box: Best of  National Geographic abgeholt:

Best of Netional Geographic

8.6 kg wiegt das Ding, 3 prachtvolle Hardcover-Fotobände von einigen der besten Fotografen zu einem unschlagbaren Preis: ca. 50 Euro für alles (wo jeder Band alleine schon um die 40 Euro kostet) – eine klare Empfehlung von mir an alle visuellen Bücherfreunde.

Und das Papiersackerl, das ich zum Transport bekommen habe, ist auch über jeden Zweifel erhaben – es hat sowohl das Gewicht als auch den Regen tadellos überstanden und alles heil vom 10. in den 17. Bezirk gebracht.

Worüber wir uns nicht so einig waren, ist die Zukunft von e-books – ich persönlich glaube ja nicht daran, dass sie es jetzt im zweiten(? – oder waren es schon mehrere) Anlauf schaffen, dazu bieten sie einfach zu wenig Vorteile zum doch recht ordentlichen Preis. Aber ich kann mich auch irren. Schließlich bin ich nicht der (Literatur)Papst. Wer aber so ein Gerät mal live sehen will: Walter hat eines lagernd: also nix wie hin zum Quellenplatz!





Next Generation

9 12 2008

Heute war Jonathan bei mir, er geht in die 4. Klasse Gymnasium und im Feber haben sie eine Projektwoche über zukünftige Berufswünsche – er will Schriftsteller werden und hat mich dazu besucht und ausgefragt. Ausreden werde ich es ihm nicht, aber ich hab ihm einiges erzählt. Und gemerkt, dass ich doch älter bin. Hab dann an meine eigene Kindheit denken müsse und an den herrlich naiven Enthusiasmus von damals. Parallelen sind durchaus vorhanden.

So soll es sein, so kann es werden …

Und der gute Richard möge es mir verzeihen, dass ich Jonathan vorgeschlagen habe, die Projekttage bei ihm zu verbringen. Schließlich steckt er gerade in einem literarischen Projekt – ich in einem filmischen – somit wäre er der viel geeignetere „Lehrherr“.





Scherben bringen Glück …

12 08 2008

… zumindest mir. Am Samstag war ich in der Buchhandlung am Quellenplatz, die Walter Grossmann Anfang Juli neu übernommen hat. In der Nacht hatten anscheinend Betrunkene das Bedürfnis gehabt, sich zu fest an die Auslagenscheibe zu lehnen, die der rohen Gewalt nachgab.

  

Das kulturelle Interesse schien aber mäßig gewesen zu sein: Bücher wurden keine entwendet. Die Scheibe ist inzwischen ersetzt und die Auslage neu gestaltet: Der Spurenzeichner steht dort und überhaupt so gut wie das ganze Albatros-Programm.

Die Albatros-Bücher

Die Albatros-Bücher

Und auch die 2 feinen Bücher von Richard K. Breuer, dem an dieser Stelle mein spezieller Dank gilt, da er es war, der mich in diese Buchhandlung geleitet und begleitet und den Kontakt ermöglicht hat!





Rotkäppchen goes Colour

19 07 2008

Es passiert eh äußerst selten, dass ein Eigenverleger sämtliche Exemplare seines Buches verkauft hat und eine Neuauflage fällig wird. Noch seltener, dass diese dann auch wirklich gedruckt wird. Wenn es aber dann sogar noch eine Extended Version mit jeder Menge farbiger Cartoons wird, grenzt das fast schon an ein Wunder.

Oder es handelt sich um Rotkäppchen 2069 von Richard K. Breuer. Der Untertitel verspricht „einen literarischen comic strip über sex und andere perversionen“ – „Comic Strip“ war in der ersten Auflage eher literarisch gemeint, jetzt kommt es schon näher hin – mit Illustrationen von Gunther Eckert. Und auf jeden Fall nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren – zumindest nicht von solchen im lesefähigen Alter!





Bücher ziehen Bücher an

12 04 2008

Abgesehen davon, dass alle Bücher immer auf andere verweisen und man eigentlich nur mit einem x-beliebigen Buch beginnen müsste und – würde man allen Anspielungen, Zitaten, Querverweisen folgen – man auf alle anderen Bücher kommen würde …

Also abgesehen von dieser Tatsache ziehen Bücher auch immer gleichartige Bücher an bzw. machen den Leser sensibel für deren Inhalt (so wie junge Eltern plötzlich die Welt voller anderer Babys und Kinderwagen sehen).

Kurz und gut: ich lese gerade Richard K. BreuersTiret“ und da gerade das Kapitel „Mirabeau“.

Was passiert also: im 3. Bezirk in der Löwengasse schräg gegenüber vom Hundertwasserhaus blickt mir der Graf aus der Auslage entgegen. Ich habe ihn gegrüßt, Richards Buch aus der Tasche geholt, sein Kapitel aufgeschlagen und es ihm gezeigt. Ich hoffe, er hat es zu schätzen gewusst. Sein Mienenspiel interpretiere ich mal lieber nicht. 😉

PS: Ich habe gestern meine zwei 19″ Bildschirme gegen einen 24″ eingetauscht. Der Platz in Photoshop ist riesig. Ich liebe es! Ein ganz neues Gefühl. Im Gegensatz zur Filmkamera: Size does matter!





Pratchett goes Porno

6 01 2008

Wer meine Sachen für schräg hält, hat mit Sicherheit noch keinen Richard K. Breuer gelesen. Ich hab es jetzt getan. Denn ich habe noch eines der letzten Exemplare von „Rotkäppchen 2069“ ergattert. Jetzt ist es ausverkauft. Bei Nachfrage wäre ev. eine Neuauflage möglich (also fragt 😉 ).

rotkaeppchen_2069.jpg

Der freundliche Hinweis in der rechten unteren Ecke ist ernst zu nehmen: Kein Kinderbuch!
Es ist als wäre Terry Pratchett (der Autor der Scheibenweltromane) sexuell traumatisiert worden und würde all das schreiben, was er sich aus Angst vor Zensur nicht traute. Richard Breuer traut sich alles:
4 ProbandInnen (2 weibliche (wobei man bei einer nicht so sicher ist), 2 männliche) eines wissenschaftlichen Experimentes des Dr. Storm werden in eine virtuelle Welt versetzt, in der keine Tabus mehr zu existieren scheinen, alle sexuellen Phantasien werden gnadenlos ausgelebt. Selbst wenn es die Opfer der Begierde nicht überleben (oder schon vorher tot waren). Gleichzeitig gibt es so viele Anspielungen auf andere Bücher, Filme, Ereignisse (so taucht zum Beispiel Fantomas auf, Douglas Adams hat einen Cameo-Auftritt und einer der Wissenschafter heißt Lenny Kravitz), dass ich sicher nur die Hälfte erkannt habe, und alle suchen verzweifelt nach der Exit-Routine mit Namen Egon, in Gestalt eines Zwerges mit roter Kappe und funkelnden gelben Sternen. Für den Maskenball im Schloss bekommen die Vier Tierkostüme verpasst, die an den entscheidenden Stellen nichts verdecken (Cartoon by Ecki)

Ihr meint, Herr Breuer sei sexuell fixiert?! Mitnichten. Ich verrate hier (aber nicht weitersagen) seine wirkliche Obsession: Typographie. In Rotkäppchen kommen 13 Schriften vor, die im Anhang auch alle penibel gelistet werden. Sublimation vom Feinsten.

rotkaeppchen_schriften.jpg 

Dass er aber auch anders kann, beweist er mit seinem neuen Buch „Tiret“ – einem Mosaik der französischen Revolution, das Ende Jänner 2008 (voraussichtlich) erhältlich sein wird. Leseprobe steht zum Download bereit. Jedes Exemplar bekommt am Buchrücken eine fortlaufende Nummer (1-499). Wunschnummern können ab sofort reserviert werden. Ohne Aufpreis.