I’m back!

24 02 2012

Lange Zeit war mein Blog verwaist. Jetzt geht es weiter. Der Grund? Das Manuskript meines Kinderbuches (Erwachsene sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen, ganz im Gegenteil) ist fertig.

Titel: „Eine kleine Geschichte über die Liebe“
(daran sieht man schon, dass es auch für Erwachsene ist ;-))

Das wird hier jetzt die (lange?) Geschichte bis zur Veröffentlichung.

Leseprobe folgt in Kürze.





Die Nicht-Gewinnspiele

19 10 2010

Irgendwie finde ich es immer wieder faszinierend wie lange man Leute anscheinend ungestraft öffentlich verarschen kann. Wenn es einmal eine Dokumentation über den Niedergang der Medienkultur geben wird, werden sicher die Call-In Spiele der diversen Privat-Sender an ganz oberer Stelle stehen.

Kleines Beispiel gefällig: auf ATV läuft z.B. folgendes Gewinnspiel:

Monikas Vater hat 5 Töchter:

Lele, Lala, Lolo und Lulu

Wie heißt die 5. Tochter?

Auch wenn man zuerst vielleicht geneigt ist, „Lili“ zu sagen, wird es für den halbwegs alle 5 Sinne beieinander habenden Zuschauer schnell klar, dass sie Monika heißt. Die Gewinnsumme beläuft sich bald auf ca. 40.000 Euro. Alle Anrufer sagen aber falsche Lösungen und das stundenlang. Am Ende wird es aufgelöst, die richtige Lösung lautet natürlich „Monika“ – dumm nur, dass es keiner erraten hat, das Geld bleibt beim Sender.

Doch damit nicht genug: nächste Woche wieder das gleiche Rätsel, wieder nur lauter falsche Antworten.

Übernächste Woche noch einmal – same procedure as every week.

Aber vielleicht ist das ohnehin nur ein Abbild der übrigen Welt und wir werden generell so zynisch verarscht, das Geld aus der Tasche gezogen und wahrscheinlich ist es ohnehin immer die gleiche Sendung, die jede Woche aus der Konserve läuft und all die kostenpflichtigen Anrufe laufen nur ins Leere.

Ich hätte Lust, eine OKTO-Sendung darüber zu machen. Vielleicht meldet sich ja ein Ex- Moderator oder -Redakteur, der unbedingt loswerden will, wie lange man das eigentlich mit seinem Gewissen vereinbaren mag! Ich merke gerade, wie der angry, young man in mir durchkommt.

Eine nette Anekdote zum Schluss: einer der Moderatoren in einem offiziellen Video zu der Frage, wie er zu dem Job gekommen ist: er hat sich damals mit den folgenden Worten vorgestellt: „Ich bin Moderator, ich mache alles.“ Ja, lieber Wolfgang, anders ist das wohl auch nicht zu erklären. 😉





Der Spurenzeichner im NDR

17 04 2010

Ja, solche Rezensionen kann man sich als Dichter nur wünschen. Mindestens genau so schräg wie mein Buch.





Erkenntnis

21 01 2010

Heute gehe ich zur Filmpremiere von „Short Cut to Hollywood“ (ein sehr schräger Film, aber darüber soll RKB berichten, schließlich hab ich durch ihn die Karte bekommen) – und da kommt mir auf der Mariahilferstraße ein kleines Mädchen an der Hand ihrer Mutter entgegen, sie schaut mich an, dreht sich zur Mama um und sagt, als wäre es die ultimative Erkenntnis schlechthin: „A Manda!“





Diskretion

18 01 2010

Neulich in der Straßenbahn hält sich eine Frau diskret die Hand vor die Wange. Hat die Arme Zahmschmerzen? Ist sie ein VIP auf der Flucht vor Papprazzis? In der Bim? Dann plötzlich nimmt sie die Hand weg und da sehe ich: sie telefoniert (das kann man in der Tat seit kurzem auch schnurlos und außerhalb der Wohnung und von Telefonzellen. Ehrlich!) – besser gesagt sie ist in der Hörphase. Dann wieder die Hand gehoben, vorgehalten, die Sprechphase beginnt. Und so weiter. Das nenne ich diskret! Oder ist sie doch eine Doppel-0 Agentin in geheimer Mission? Hochhackig steigt sie aus und ich werde es nie erfahren.





Abwesenheitsfotos

13 09 2009

Vielleicht mache ich jetzt mal eine Fotoserie von Orten in Wien, wo ich mit X einmal war. Man sieht aber auf den Fotos nur die Umgebung (mehr oder minder unscharf – denn der Schärfepunkt liegt auf der nicht vorhandenen Person X)- der eigentliche Schärfebereich ist also im Foto leer. Der Betrachter muss sich X im Foto vorstellen, ihr Bild imaginieren, also fast wie man in einem Buch die Personen vor dem geistigen Auge trotz noch so genauer Beschreibung erstehen lässt. Dem fotografischen Abbild die Phantasie zurückgeben. Vielleicht eine komplett verrückte und absurde Idee – aber immerhin einen Versuch ist es wert. Ich habe ja immer etwas für medienübergreifende Projekte über gehabt.

Es ist in gewisser Weise auch die Umkehrung der Phantomschmerzen: das Phantomglück: gewisse Plätze lösen organisch wieder die Berührungen auf der Haut aus, die man dort erlebt hat. Die Zellen haben sie gespeichert und geben sie wieder.

Klingt alles sehr schräg. Ist es auch.





Kinetische Kunst

5 09 2009

Dort, wo man es am wenigsten erwartet, warten oft die erfreulichsten Überraschungen: im Ars Electronica Center in Linz, wo ja die digitale Welt sozusagen zu Hause ist, gibt es einen Raum voller unglaublicher analoger, mechanischer Maschinen: mit Gestängen, Miniatur-Motoren, Zahnrädern – kinetische Kunstwerke, die mit einfachsten Mitteln ein Maximum an Poesie und Staunen verursachen.

ganson

Wie zum Beispiel diese Skulptur, wo aufgespannte, grob gerissene Papierstreifen auf Stangen montiert sind, die durch einen Motor angetrieben, langsame Auf- und Abwärtsbewegungen vollführen und so die perfekte Illusion eines fliegenden Vogelschwarms vermitteln. Wir waren hin und weg und hätten das gerne fürs Wohnzimmer gehabt. Ich fürchte nur, diese Werke sprengen mit Leichtigkeit unseren finanziellen Rahmen. Wem wir jetzt Gusto gemacht haben: der Tüftler und Erschaffer all dieser kleinen Wunder heißt Arthur Ganson.