Das Buch ist erschienen!

18 11 2014

NEUERSCHEINUNG – ab sofort lieferbar
eingereicht für „DIE SCHÖNSTEN BÜCHER ÖSTERREICHS“

Eine kleine Geschichte über die Liebe

Peter Bosch, Alexandra Bolzer, Nele Focke

ISBN 978-3-85219-054-9

Hardcover, 144 Seiten, Fadenheftung
Eur 19,50 (A/D), 27,30 (CHF)
Albatros Verlag, Wien

Sind es Lesezeichen oder Eselsohren? Vielleicht beides! Auf jeden Fall ist es ein Buch zum Lesen und zum Vorlesen, zum Staunen für Junge und Junggebliebene.

Denn die Liebe – und der Stachelballon – begegnen uns in jedem Alter!

„Die Liebe entwickelt sich behutsam, ist manchmal stumm, manchmal laut und oft entsteht sie ungeplant. Und zu guter Letzt: nichts schmeckt so phantastisch wie Mantzen!“

Sandro und Sanja kommen in ein Feriencamp auf die Insel Le Sél, auf der es kaum Erwachsene gibt, nur die Köchin Selma und den Gefühlsprofessor. Und Stachelballons, die auf die Kinder aufpassen und sie begleiten, wenn sie z. B. durch den Wald in die Mitte der Insel zum Eselsohrenfest unterwegs sind.

Die Esel tragen die Geschichten von einer Generation zur nächsten, damit sie weitererzählt werden und nicht verloren gehen.

In dem bildgewaltigen Buch geht es um das Lesen, um Esel, Eselsohren und Lesezeichen und natürlich um die Liebe: Sandro kann Sanja gar nicht leiden, sie ist viel zu schlau und außerdem ein Mädchen. Dafür mag der Stachelballon Sanja umso mehr. Leider ist er stumm und kann es ihr nicht sagen.

Nichts ist schwarzweiß, niemand hat alleine recht oder unrecht. Lesezeichen und Eselsohren können nebeneinander existieren, denn immerhin sind sie ein Zeichen dafür, dass Bücher gelesen werden und somit fortleben.

Am Ende merken alle: Liebe ist wunderschön – aber manchmal tut sie doch auch ein bisschen weh!

Damit ist das Buch ein kleines Kunstwerk, welches zum Vorlesen, zum Anschauen und zum Nachdenken für Menschen von 5-80 Jahren geeignet ist.

Auszug aus dem Buch

Auf Le Sél hielten sich die Tageszeiten an keine bestimmten Stunden, manchmal dauerte ein Nachmittag zwei ganze Tage und ein andermal blieb er nicht einmal für 100 Schritte. So ein Tag war heute. Nach ein paar Minuten Unterwegssein kam schon der Abend. Noch zwei Schritte und sie erreichten eine Lichtung. Dort herrschte Stille, nur in der Mitte ein Tisch, eine Petroleumlampe stand darauf und ein Mann saß an ihm, wandte ihnen den Rücken zu, vornüber gebeugt, konzentriert, schreibend. 

»Los, lauft!«, sagte Frau Selma und gab den beiden einen Schubs, »Wenn jemand eine Antwort weiß, dann er. Besser gesagt: wenn es eine Antwort gibt, dann weiß er sie.«

Sandro wollte schon losgehen, kam doch noch einmal zurück, nahm Frau Selma bei der Hand: »Wer ist das?«

Da drehte sich der Mann um. Er war sicher hundert Jahre alt oder auch erst fünf. Er hatte eine Brille auf, die so groß war, dass sich die beiden Gläser fast überschnitten, und er lachte: »Ich bin’s!«

»Der Gefühlsprofessor«, sagte Frau Selma ganz leise.

Ein Drei-Generationen-Buch

Eine kleine Geschichte über die Liebe ist ein Buch, das viele Sinnesorgane erfasst und das sich nicht festlegen will. Der literarische Text von Peter Bosch kombiniert reale mit phantastischen Elementen, alles ist vertraut und doch ein bisschen anders, verschoben.

Mit der Geschichte entwickeln sich auch die Illustrationen von Alexandra Bolzer, die den Text kunstvoll ergänzen und mit unterschiedlichen Stilen und Materialien überraschen.

Die Typographie von Nele Focke hat eine dritte und wieder eigenständige Rolle, sie nimmt Bezug auf die Illustrationen wie auch auf den Text und schafft so eine zusätzliche optisch-ästhetische Ebene.

Die Autoren

Text – Peter Bosch, 1957. lebt und arbeitet in Wien, Veröffentlichungen u.a. „Der Spurenzeichner“ in den
Verlagen Albatros, Rowohlt, Aarachne und MayaMedia. Filmemacher

Illustration – Alexandra Bolzer, 1971 lebt und arbeitet in Wien und NÖ als bildende Künstlerin und Modedesignerin

Typografie – Nele Focke, 1996 geboren, lebt und studiert in Wien

 

Presserückfragen, Rezensionsexemplare, Interviewanfragen

Albatros Verlag, Walter Baco
A-1090 Wien, Clusiusgase 11/18

Mobil: (0699) 816 44 733

eMail: kulturag@kulturag.com

Besuchen Sie uns auf der Verlagshomepage:
http://www.kulturag.com/html/literatur/liebe.htm

 

Auslieferung:

MAJOR BABIES Entertainment GmbH
Eitelbergergasse 5/5
1130 Wien
Tel: 0043 (0)1/595 32 12
Fax: 0043 (0)1/595 32 62

eMail: office@majorbabies.at





Eine kleine Geschichte über die Liebe

13 03 2014

Ich bin  gerade dabei, gemeinsam mit einer Illustratorin, einer Typographin und einem Verleger ein Kinderbuch (oder doch ein Bilder-Buch für Erwachsene) herauszubringen. Es ist ein 3-Generationen-Projekt:

Text: Peter Bosch
Illustrationen: Frau Bolza/ Alexandra Bolzer
Typographie: Nele Focke

Und erscheinen wird es dann bei Walter Baco im Albatros Verlag (wo 2005 mein Roman „Der Spurenzeichner“ das Licht der Buchumschläge erblickt hat)

Eine ISBN gibt es auch schon: 978-3-85219-054-9

Worum es in der Geschichte geht:

Sandro und Sanja kommen in ein Feriencamp auf die Insel Le Sél, auf der es kaum Erwachsene gibt, nur die Köchin Selma und den Gefühlsprofessor. Und Stachelballons, die auf die Kinder aufpassen und sie begleiten auf ihrem Weg zur großen Lichtung in der Mitte der Insel: dort findet jedes Jahr das Eselohrenfest statt mit den grauen, störrischen Tieren und vielen Büchern und Geschichten.
Es geht also um Esel, Lesen, Eselsohren und Lesezeichen und natürlich um die Liebe: Sandro kann Sanja gar nicht leiden, sie ist viel zu schlau und außerdem ein Mädchen. Dafür mag der Stachelballon Sanja umso mehr. Leider ist er stumm und kann es ihr nicht sagen.
Am Ende merken alle: Liebe ist wunderschön – aber manchmal tut sie doch auch ein bisschen weh.

Alle Neuigkeiten, Vorbestellungen, Gewinnspiele unter:

https://www.facebook.com/EinekleineGeschichteueberdieLiebe

 





Erkenntnis

21 01 2010

Heute gehe ich zur Filmpremiere von „Short Cut to Hollywood“ (ein sehr schräger Film, aber darüber soll RKB berichten, schließlich hab ich durch ihn die Karte bekommen) – und da kommt mir auf der Mariahilferstraße ein kleines Mädchen an der Hand ihrer Mutter entgegen, sie schaut mich an, dreht sich zur Mama um und sagt, als wäre es die ultimative Erkenntnis schlechthin: „A Manda!“





Diskretion

18 01 2010

Neulich in der Straßenbahn hält sich eine Frau diskret die Hand vor die Wange. Hat die Arme Zahmschmerzen? Ist sie ein VIP auf der Flucht vor Papprazzis? In der Bim? Dann plötzlich nimmt sie die Hand weg und da sehe ich: sie telefoniert (das kann man in der Tat seit kurzem auch schnurlos und außerhalb der Wohnung und von Telefonzellen. Ehrlich!) – besser gesagt sie ist in der Hörphase. Dann wieder die Hand gehoben, vorgehalten, die Sprechphase beginnt. Und so weiter. Das nenne ich diskret! Oder ist sie doch eine Doppel-0 Agentin in geheimer Mission? Hochhackig steigt sie aus und ich werde es nie erfahren.





Abwesenheitsfotos

13 09 2009

Vielleicht mache ich jetzt mal eine Fotoserie von Orten in Wien, wo ich mit X einmal war. Man sieht aber auf den Fotos nur die Umgebung (mehr oder minder unscharf – denn der Schärfepunkt liegt auf der nicht vorhandenen Person X)- der eigentliche Schärfebereich ist also im Foto leer. Der Betrachter muss sich X im Foto vorstellen, ihr Bild imaginieren, also fast wie man in einem Buch die Personen vor dem geistigen Auge trotz noch so genauer Beschreibung erstehen lässt. Dem fotografischen Abbild die Phantasie zurückgeben. Vielleicht eine komplett verrückte und absurde Idee – aber immerhin einen Versuch ist es wert. Ich habe ja immer etwas für medienübergreifende Projekte über gehabt.

Es ist in gewisser Weise auch die Umkehrung der Phantomschmerzen: das Phantomglück: gewisse Plätze lösen organisch wieder die Berührungen auf der Haut aus, die man dort erlebt hat. Die Zellen haben sie gespeichert und geben sie wieder.

Klingt alles sehr schräg. Ist es auch.





Die Geschichte von Josef Kainz, dem Krokodil und der Frau des Bezirksvorstehers

23 07 2009

Als ich ein Kind war, sind im Türkenschanzpark noch die sogenannten „Wasserspiele“ aufgeführt worden. Damals war ich leider noch zu klein, um sie mir anschauen zu dürfen, aber meine Eltern und Großeltern sind fast jede Woche einmal hingegangen. Im Türkenschanzpark hat es nämlich einen kleinen Wasserfall aus künstlichen Felsen gegeben, das Wasser ist im Geheimen hinaufgepumpt worden, also so, dass man es nicht gesehen hat, wahrscheinlich aus einem großen Becken unter der Erde bis hinauf zwischen die Sträucher, und dann ist es über die künstlichen Felsen hinunter geflossen in einen Teich und dann über eine abgeschrägte Kante in einen Abfluss hinein. Über den Abfluss ist ein Weg gegangen, und zum Teich hin war eine Absperrung aus weißgestrichenen Metallrohren, wo damals schon die Farbe etwas abgeblättert ist und das dunkle Metall hervorgeschaut hat. Die Absperrung war dazu da, dass keiner von den Zuschauern in den Teich hineinfällt, der gleichzeitig die Bühne war.

 Kainz01

Ich habe keines von den Wasserstücken je gesehen, weil sie für Kinder strengstens verboten waren, ich habe nur immer meinen Großvater am Sonntag beim Kaffee darüber erzählen gehört. Es müssen so eine Art Kasperlstücke für Erwachsene gewesen sein. Und der Kasperl ist mitten im Wasser gestanden und hat seine Späße gemacht, die wahrscheinlich nicht ganz anständig waren, denn meine Mutter hat meinen Großvater oft angeschaut und gesagt: „Geh, doch nicht vor dem Kind.“

Der bekannteste Kasperl der damaligen Zeit war ein gewisser Josef Kainz, sein Denkmal steht heute noch in einem kleinen Park ganz in der Nähe, weil seit der schlimmen Geschichte von damals wollte man ihn im Türkenschanzpark nicht mehr haben. Es war alles etwas kompliziert, wie das in Wien öfters ist, und ich war ja noch ziemlich klein zu jener Zeit, aber später hat mir mein Vater die Geschichte so erzählt:

Der Kainz-Kasper ist damals mit einem echten Krokodil aufgetreten (vielleicht war auch deswegen die Absperrung dort), und das hat der Frau vom Bezirksvorsteher gehört, die es dem Kainz für die Aufführungen geborgt hat. Mit dem Krokodil ist der Kainz doppelt so berühmt geworden wie bisher, und bis aus Kagran sind die Leute in den Türkenschanzpark gepilgert, was damals noch eine große Anstrengung und eine weite Reise gewesen ist. Und so ist der Mann von der Frau Bezirksvorsteher ziemlich wütend geworden, weil ein Kasperl mehr Erfolg gehabt hat als ein Politiker, und er hat seiner Frau verboten, dem Kainz weiterhin das Krokodil zu borgen, weil es sich sonst in dem kalten Wasser im Türkenschanzpark verkühlen könnte oder vielleicht entführt würde, oder ein sadistisch sodomitischer Lustmörder könnte es umbringen oder ähnliche fadenscheinige Ausreden.

Kainz02Was er aber nicht gewusst hat, war, dass seine Frau die Konkubine vom Josef Kainz war und ihm jede Nacht heimlich das Krokodil zugeführt hat und nach der Vorstellung wieder genauso heimlich in den heimatlichen Garten in Neustift zurückgebracht. Alle Leute im Bezirk haben gewusst was gespielt wird, wenn die Frau des Bezirksvorstehers mit dem Krokodil an der Leine die Pötzleinsdorferstraße hinaufspaziert ist, nur der Bezirksvorsteher nicht.
 
Doch kurz vor der nächsten Wahl hat der Kandidat von der Opposition die ganze Geschichte in der „Wiener Zeitung“ veröffentlicht, und obwohl es eh jeder gewusst hat, ist ein Riesenskandal dabei herausgekommen.

Am nächsten Tag ist der Bezirksvorsteher bei der Aufführung den Josef Kainz wie ein Wilder angesprungen, mitten durchs Publikum und über die Absperrung hinweg, und wollte ihn erwürgen. Aber der Kainz hat als Kasperl ja einen riesigen Knüppel in der Hand gehabt und hat dem Bezirksvorsteher in Notwehr eins über den Kopf geschlagen, der ist daraufhin auf den glitschigen Steinen ausgerutscht und ins Wasser gefallen, und dabei hat das Krokodil so einen Schreck bekommen, dass es ihm in einer Kurzschlussreaktion einfach den Kopf abgebissen hat. Als es seinen Irrtum bemerkt hat, war es schon zu spät. Der Kainz hat den Kopf aus dem Wasser gefischt, in die Höhe gehalten und gesagt: „Da hab’n ma jetzt den Salat !“ Das war einer der ganz großen Momente der Schauspielkunst.

Kainz03

Den Josef Kainz kennt heute noch jeder, wie der Bezirksvorsteher geheißen hat, weiß höchstens noch der Museumsdiener vom Bezirksmuseum in der Martinstraße. Und der ist schon in Pension und wird bald sterben. Aber in dem kleinen Park mit dem Denkmal sieht man heute noch den Josef Kainz, wie er den Kopf vom Bezirksvorsteher in der Hand hält.





She’s always a woman

10 07 2009

Manchmal stößt man – durch Zufall oder durchs Leben – auf ganz alte, verschollene Sachen. Es hat einmal eine Zeit gegeben, da habe ich ein paar Billy Joel Texte auf deutsch übersetzt – auf die bin ich jetzt wieder gestoßen. Und einer passt ganz gut. Ja, ja, wie RKB sagen würde.

 

FÜR MI WAR SIE IMMER A FRAU
(She’s always a woman)

 
Und du stirbst, wann sie lacht,
bist verletzt, wann sie red’t,
und sie lügt mit die Aug’n –
na, vertraun kannst ihr net.
Aber was wirklich denkt,
des zeigt’s dir nie genau.
Sie is wie a Kind,
doch für mi war sie immer a Frau.

Und sie schenkt dir ihr Leb’n,
und sie nimmt’s wieder fort,
sie fragt nach der Wahrheit,
doch sie glaubt da ka Wort.
Sie nimmt all’s, was d‘ ihr gibst,
aber z’ruck kriegst es nie,
sie stiehlt wie a Dieb,
doch a Frau war sie immer für mi.

     Oh – sie passt gut auf si auf,
     sie hat Zeit und sie wart
     bis am End do no g’winnt.
     Oh – und sie gibt niemals auf
     und sie gibt a nie nach,
     weil sie draht si mit’m Wind.

Sie verspricht da des Glück
und zerbricht’s glei darauf,
und sie lacht, wann du wanst
und sie acht‘ gar net drauf.
Und sie zeigt da, wie’sd bist,
und wie’sd sein sollst für sie,
aber schuld bist du selbst,
weil a Frau war sie immer für mi.

     Oh – sie passt gut auf si auf,
     sie hat Zeit und sie wart
     bis am End do no g’winnt.
     Oh – und sie gibt niemals auf
     und sie gibt a nie nach,
     weil sie draht si mit’m Wind.

Ja, und manchmal is lieb,
aber oft is verstört,
und sie macht, was sie glaubt,
weil’s zu niemanden g’hört.
Du kannst ihr nix erzähl’n,
wirst nie aus ihr schlau –
dann geht’s weg ohne Ziel,
doch sie waß, was sie will,
denn für mi war sie immer a Frau.