Abwesenheitsfotos

13 09 2009

Vielleicht mache ich jetzt mal eine Fotoserie von Orten in Wien, wo ich mit X einmal war. Man sieht aber auf den Fotos nur die Umgebung (mehr oder minder unscharf – denn der Schärfepunkt liegt auf der nicht vorhandenen Person X)- der eigentliche Schärfebereich ist also im Foto leer. Der Betrachter muss sich X im Foto vorstellen, ihr Bild imaginieren, also fast wie man in einem Buch die Personen vor dem geistigen Auge trotz noch so genauer Beschreibung erstehen lässt. Dem fotografischen Abbild die Phantasie zurückgeben. Vielleicht eine komplett verrückte und absurde Idee – aber immerhin einen Versuch ist es wert. Ich habe ja immer etwas für medienübergreifende Projekte über gehabt.

Es ist in gewisser Weise auch die Umkehrung der Phantomschmerzen: das Phantomglück: gewisse Plätze lösen organisch wieder die Berührungen auf der Haut aus, die man dort erlebt hat. Die Zellen haben sie gespeichert und geben sie wieder.

Klingt alles sehr schräg. Ist es auch.





my fotolia

23 05 2009

Seit einiger Zeit verkaufe ich so nebenbei – mehr schaut dabei auch nicht heraus – einige meiner Fotos bei fotolia. Jetzt habe ich sie – um sie der geneigten Seherschaft leichter zugänglich zu machen – in myfotolia organisiert.

myfotolia

 

 

 

 

Wer das also näher sehen will: bitte folgen Sie unauffällig diesem Link





Load It Up!

10 05 2008

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach etwas ganz Anderem, aber dann bin ich zufällig auf Seiten von Bildagenturen gestoßen, wo man Bilder (und durchaus nicht die schlechtesten) für kleines Geld kaufen und für noch kleineres verkaufen kann. Nachdem ich in Gratis-Arbeiten ja schon einige Erfahrungen habe, habe ich auch diesmal der Versuchung nicht widerstehen können, und begonnen Fotos auf fotolia hochzuladen.

Es war ein wenig wie Verlage anschreiben – gut 80-90% werden abgelehnt – aber langsam entwickelt man ein Gespür, welche Bilder angenommen werden – ein Lotteriespiel bleibt es trotzdem – angesichts von ca. 3,5 Millionen Bildern dürften die Selektoren etwas überfordert sein. Ja, ja, ich werde reich und berühmt: bis jetzt 2 Fotos verkauft (die Kürbisse) – sagenhafte 54 Cent. Trotzdem: es hat etwas – schönes neues Web 2.0!

 





Zwischen allen Stühlen

15 12 2007

Mein neues Projekt: ein Text- und Bildband mit dem Arbeitstitel „Vom Bleiben und vom Gehen“

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Gemeinsam mit dem Schnitzer Norbert Simonlehner aus Schladming  (den ich seit 35 Jahren kenne)  möchte ich übers Ennstal schreiben, ein Gespräch mit ihm führen, was sich alles seither verändert hat, in der Gegend, bei uns, was gleich geblieben ist und was überhaupt bleiben wird.

Entstehen soll ein ca. 250 Seiten starker Text- und Bildband im Querformat: das linke Drittel wird Text sein, die rechten zwei Drittel Fotos. Der Text ist ein literarisch aufbereitetes Gespräch einerseits zwischen uns beiden und andererseits mit den Menschen aus der Gegend.

Es wird kein klassischer Bildband werden, in dem nur die Schönheiten der Gegend gezeigt werden, aber auch keine reine Verdammung des Tourismus. Es wird von allem etwas zeigen, wie eben alles dort auch nebeneinander existiert. Die modernen Hotelbauten, Schiliftanlagen und Appartments, genauso wie die alten Häuser, die sich immer noch in großer Anzahl erhalten haben.

Die Fotos werden teilweise das Gespräch illustrieren, dann sich wieder davon entfernen, eigene Wege gehen und auch wieder zurückkehren. Auch da ein Bleiben und Gehen.

Ich habe jetzt versucht, das Projekt bei diversen Stellen zur Förderung einzureichen – und was ich befürchtet habe, ist prompt eingetreten. Die Literaturabteilung des BMUK hat gemeint, das sei zu wenig Literatur und hat mich an die Fotoabteilung verwiesen. Denen wird es wahrscheinlich zu wenig Fotografie und zu viel Literatur sein. Wir werden sehen. Detto bei der Literaturabteilung des Landes Steiermark. Die haben mich wiederum an das Referat für Volkskultur(!) weitergeleitet.

Ich sehe schon: es wird ein langer, mühsamer Weg. Aber das bin ich schon von meinem Roman „Der Spurenzeichner“ gewohnt. Den großen Verlagen war ich zu unbekannt, den kleinen war das Buch zu umfangreich. Trotzdem hat es geklappt. Irgendwann. Ich halte euch auf dem Laufenden.