Abwesenheitsfotos

13 09 2009

Vielleicht mache ich jetzt mal eine Fotoserie von Orten in Wien, wo ich mit X einmal war. Man sieht aber auf den Fotos nur die Umgebung (mehr oder minder unscharf – denn der Schärfepunkt liegt auf der nicht vorhandenen Person X)- der eigentliche Schärfebereich ist also im Foto leer. Der Betrachter muss sich X im Foto vorstellen, ihr Bild imaginieren, also fast wie man in einem Buch die Personen vor dem geistigen Auge trotz noch so genauer Beschreibung erstehen lässt. Dem fotografischen Abbild die Phantasie zurückgeben. Vielleicht eine komplett verrückte und absurde Idee – aber immerhin einen Versuch ist es wert. Ich habe ja immer etwas für medienübergreifende Projekte über gehabt.

Es ist in gewisser Weise auch die Umkehrung der Phantomschmerzen: das Phantomglück: gewisse Plätze lösen organisch wieder die Berührungen auf der Haut aus, die man dort erlebt hat. Die Zellen haben sie gespeichert und geben sie wieder.

Klingt alles sehr schräg. Ist es auch.

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One response

17 03 2010
regina

Mir gefällt diese Idee des am Foto eingefangenen Phantomglücks ganz vorzüglich. Unser Körperzellen speichern tatsächlich Schmerz und Glück und mit Phantomglück kann man sich auf äußerst gesunde Art toppen!

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