Zum Handkuss gekommen

20 04 2008

Gestern Nacht spazierte ich – von einem Comic-Event im Gartenbau-Kino durch die fast schon (aber eben noch nicht ganz) laue Nacht quer durch die Stadt zum Schottentor. Mitten am Graben kommt mir eine Gruppe junger Frauen lautstark lachend entgegen, eine davon mit einem weißen Schleier. Sie hält mich auf, drückt mir einen Zettel in die Hand, erklärt: sie feiern heute Polterabend, die Freundinnen hätten ihr Aufgaben gestellt, die sie jetzt lösen muss. Ich lese: „Ein Handkuss für die entzückendste Braut des Abends“. Als alter Elmayer-Schüler (das ist wirklich, wirklich lange her) kann ich natürlich nicht anders – und sie haben recht: entzückend ist sie wirklich. 😉

So kann man zum Handkuss kommen, was nicht immer negativ sein muss … Und eigentlich wäre das ja die ideale Aufgabe für Norbert M. gewesen (aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht später mal erzähle)





Bücher ziehen Bücher an

12 04 2008

Abgesehen davon, dass alle Bücher immer auf andere verweisen und man eigentlich nur mit einem x-beliebigen Buch beginnen müsste und – würde man allen Anspielungen, Zitaten, Querverweisen folgen – man auf alle anderen Bücher kommen würde …

Also abgesehen von dieser Tatsache ziehen Bücher auch immer gleichartige Bücher an bzw. machen den Leser sensibel für deren Inhalt (so wie junge Eltern plötzlich die Welt voller anderer Babys und Kinderwagen sehen).

Kurz und gut: ich lese gerade Richard K. BreuersTiret“ und da gerade das Kapitel „Mirabeau“.

Was passiert also: im 3. Bezirk in der Löwengasse schräg gegenüber vom Hundertwasserhaus blickt mir der Graf aus der Auslage entgegen. Ich habe ihn gegrüßt, Richards Buch aus der Tasche geholt, sein Kapitel aufgeschlagen und es ihm gezeigt. Ich hoffe, er hat es zu schätzen gewusst. Sein Mienenspiel interpretiere ich mal lieber nicht. 😉

PS: Ich habe gestern meine zwei 19″ Bildschirme gegen einen 24″ eingetauscht. Der Platz in Photoshop ist riesig. Ich liebe es! Ein ganz neues Gefühl. Im Gegensatz zur Filmkamera: Size does matter!





Tauschgeschäfte

8 04 2008

Heute habe ich mich mit Josef, einem Maler und Philosophen, getroffen, der sich für den Spurenzeichner interessiert – und wie so oft in letzter Zeit haben wir ein Tauschgeschäft vereinbart: ein Exemplar meines Buches gegen eine Grafik von ihm. Er hat eine ganze Menge über seine Kunst erzählt, wie er jetzt versucht, Prozesse in seinen Werken sichtbar zu machen, das Statische mit dem Bewegten zu verbinden. Ich habe noch keines seiner Werke gesehen und kann mir im Moment noch überhaupt nichts darunter vorstellen. Ich komme mir so vor, als hätte ich die (im Prinzip recht einfache) Definition eines Kreises (die Menge aller Punkte einer Ebene, die von einem fixen Punkt gleich weit entfernt sind) gehört, ohne je einen Kreis vorher gesehen zu haben. Wär ich in der Lage, einen Kreis zu zeichnen?

Wie auch immer: ich bin gespannt auf seine Werke und die Wände meines Arbeitszimmers werden wieder um ein Original reicher. So kann man auch zum Sammler werden. Wobei es noch überschaubar bleibt und ich mir sicher noch kein Museum dafür bauen muss.  😉