Verliershows

26 02 2008

Vieles der Science Fiction Autoren tritt ja nicht 1:1 ein. In Städten z.B. schweben immer noch keine Fahrzeuge 50 m über dem Boden und verstopfen dort den Luftraum. Beim Fernsehen bin ich mir da nicht so sicher.

Stellt euch mal vor in den 60er Jahren hätte jemand eine Satire aufs zukünftige Fernsehen gedreht: es gibt hunderte TV-Programme, die dazu verdammt sind 24 Stunden rund um die Uhr zu senden. Um das Ganze zu finanzieren reichen die normalen Werbeeinnahmen nicht mehr aus – also setzt man ein paar ModeratorInnen unter Drogen (damit sie dauergrinsend und -redend die Sendung überstehen), ersinnt ein paar sogenannten Gewinnshows, bei denen man anrufen kann (die Telefongesellschaften sind technisch inzwischen so weit, dass jeder Anruf individuell höher vergebührt wird und ein Großteil dieses Geldes direkt an die TV-Sender weitergeleitet wird), d.h. jeder Anrufer finanziert direkt und ganz basisdemokratisch die Sendung, die er gerade sieht.

Aber natürlich hat jeder Anrufer die Chance etwas zu gewinnen – also eher fast schon die Verpflichtung, wenn da nicht 2 entscheidende Hindernisse wären.

1) Die Quizfragen sind durchaus lösbar, allerdings gibt es nur 2-5 Leitungen, die freigeschaltet sind (aus einer nicht näher genannten Anzahl), die zu treffen so gut wie unmöglich ist, außer wie zufällig knapp vor Ende der Sendung.

2) Die Anrufer kommen zwar dauernd durch, alle paar Sekunden ist jemand Neuer in der Leitung, aber die Fragen sind so nebulos und nicht nachvollziehbar, dass sie auch mit viel Fantasie (von Logik ganz zu schweigen – z.B. sieht man ein paar Fässer mit etlichen Aufschriften: 25 Liter, 10 Ltr. usw. – die Frage: „Zählen Sie die Liter“ – es werden Dutzende Zahlen genannt, natürlich ist keine richtig) – und so kann es schon mal passieren, dass 2-3 Stunden zur selben Frage angerufen wird ohne eine Antwort zu finden.

Der gut gemeint zynische Ratschlag der Moderatoren: man solle sich beim Anrufen ein Limit setzen. Es dürfte öfter böse Überraschungen bei der Telefonrechnung geben. Ich selbst ertappe mich auch von Zeit zu Zeit dabei, zwar nicht anzurufen aber auch nicht sofort weiter zu schalten oder überhaupt abzudrehen und z.B. ein Buch zu lesen – nur weil mich die total bescheuerte Lösung interessiert, die dann meist ohnehin nicht nachvollziehbar ist. Ich werd mich bessern …

… und euch dem Film „Free Rainer“ empfehlen, der zwar auch nur ein soziales Märchen ist – aber immerhin Mut macht!

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