Originale

31 12 2007

Langsam füllt sich mein Arbeitszimmer mit Originalen von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Die letzen beiden Geschenke (ich werde einfach verwöhnt 😉 ) zeig ich euch hier.

Das erste ein genialer Belly Dancer (Bauchtanz ist eben nicht nur Frauen vorbehalten) von Michaela Kirchknopf – und wer ein richtiger Dandy ist, kommt am Thema Orient auf keinen Fall vorbei.

belly-dancer.jpg

Das zweite mit dem Titel „Kräutergarten VI“  im Format 10 x 10 cm, ein Weihnachtsgeschenk von Micha Oppeneiger, die schon die Illustrationen zum Spurenzeichner gemacht hat. In der Adventzeit war sie ziemlich damit beschäftigt, alle Gemälde für alle Freunde noch rechtzeitig fertig zu kriegen.

micha-bild-2007.jpg

Danke euch beiden!!!

Wer allerdings den kleinsten Cartoon von Markus Payer oder das 5m Gemälde von Ruth Brauner sehen will, muss sich schon live zu mir bemühen. In diesem Sinne: Prosit 2008!





Wahnfried wills wissen

22 12 2007

Ich schwöre, die Geschichte ist nicht erfunden, kein Fake – diesen Brief gibt es wirklich und mein Verleger hat ihn vorgestern bekommen:

spurenzeichner_wahnfried1.jpg

Da fragt das Wagner Museum aus Bayreuth an, ob sie nicht ein Exemplar des Spurenzeichners haben können für eine geplante Sonderschau über den Heiligen Gral im Sommer 2008. Wir haben nix dagegen. Aber warum fühl ich mich plötzlich so alt?! Vielleicht 100 Exemplare verkauft und schon steht das Ding in einem Museum! Nur weil der Untertitel „Wie man auf der Suche nach der verlorenen Zeit den Heiligen Gral findet“ heißt? Google sei Dank. Ob der/die KuratorIn das Buch auch gelesen hat? Zumindest angelesen. Keine Ahnung, aber ein gewisser Bauchpinseleffekt tritt schon ein. Ich werde ausgestellt. Dabei lebe ich noch.

Aber ich bin nicht für halbe Sachen: warum machen sie nicht eine Oper daraus und führen sie im Festspielhaus auf? Das würd was bringen, Tantiemen zumindest. Hallo, Bayreuth, hört mich hier jemand?!! Ich verspreche auch, persönlich zur Premiere zu kommen. 😉





Zwischen allen Stühlen

15 12 2007

Mein neues Projekt: ein Text- und Bildband mit dem Arbeitstitel „Vom Bleiben und vom Gehen“

bleiben-und-gehen.jpg

Gemeinsam mit dem Schnitzer Norbert Simonlehner aus Schladming  (den ich seit 35 Jahren kenne)  möchte ich übers Ennstal schreiben, ein Gespräch mit ihm führen, was sich alles seither verändert hat, in der Gegend, bei uns, was gleich geblieben ist und was überhaupt bleiben wird.

Entstehen soll ein ca. 250 Seiten starker Text- und Bildband im Querformat: das linke Drittel wird Text sein, die rechten zwei Drittel Fotos. Der Text ist ein literarisch aufbereitetes Gespräch einerseits zwischen uns beiden und andererseits mit den Menschen aus der Gegend.

Es wird kein klassischer Bildband werden, in dem nur die Schönheiten der Gegend gezeigt werden, aber auch keine reine Verdammung des Tourismus. Es wird von allem etwas zeigen, wie eben alles dort auch nebeneinander existiert. Die modernen Hotelbauten, Schiliftanlagen und Appartments, genauso wie die alten Häuser, die sich immer noch in großer Anzahl erhalten haben.

Die Fotos werden teilweise das Gespräch illustrieren, dann sich wieder davon entfernen, eigene Wege gehen und auch wieder zurückkehren. Auch da ein Bleiben und Gehen.

Ich habe jetzt versucht, das Projekt bei diversen Stellen zur Förderung einzureichen – und was ich befürchtet habe, ist prompt eingetreten. Die Literaturabteilung des BMUK hat gemeint, das sei zu wenig Literatur und hat mich an die Fotoabteilung verwiesen. Denen wird es wahrscheinlich zu wenig Fotografie und zu viel Literatur sein. Wir werden sehen. Detto bei der Literaturabteilung des Landes Steiermark. Die haben mich wiederum an das Referat für Volkskultur(!) weitergeleitet.

Ich sehe schon: es wird ein langer, mühsamer Weg. Aber das bin ich schon von meinem Roman „Der Spurenzeichner“ gewohnt. Den großen Verlagen war ich zu unbekannt, den kleinen war das Buch zu umfangreich. Trotzdem hat es geklappt. Irgendwann. Ich halte euch auf dem Laufenden.





Monsterprojekte

10 12 2007

Ich kann mich ja nie an „small is beautiful“ halten – wenn ich was angehe, wird’s immer gleich riesig – auch wenn es zu Beginn nie so geplant war – da ist es ja fast schon ein Wunder, dass ich für Michaela Kirchknopf das Layout für ein nur 20(!)-seitiges Werk gemacht habe: Pocket Dandy – paradoxe Zeichnungen und Texte über das neue Dandytum in „10 lessons“.

  

Also, um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren – ich habe gerade „Berlin Alexanderplatz“ fertig gelesen und auch gleich die DVD-Box der R.W.Fassbinder-Verfilmung dazu gekauft. Vollkommen restauriert – als es 1982 im Fernsehen lief, hatten die meisten ja nur SW-Fernseher und die Übertragung von 16mm-Film auf Video war auch noch nicht, sagen wir es mal so, ausgereift – mit einem Wort: das Ergebnis war ziemlich dunkel, oft war fast nichts zu erkennen – und die Reaktionen dementsprechend heftig. Deutschland hatte wieder mal einen Skandal im Wasserglas.

Jetzt hat der damalige Kameramann Xaver Schwarzenberger die Originalfilme neu abtasten lassen, jede Szene elektronisch bearbeitet, neu farbbestimmt und wo nötig aufgehellt – herausgekommen ist eine Box mit 6 DVDs mit über 15 Stunden Material, inklusive einem Making Of und einer Dokumentation über die Restaurationsarbeiten. Es war gar nicht so leicht, Geld dafür aufzutreiben, da es noch nicht so selbstverständlich ist, Film als Kulturgut zu betrachten, das erhalten und restauriert werden muss.

Und eines kann man der Verfilmung nicht vorwerfen: dass sie nur Teile des Buches wiedergibt – da ist wirklich mal der Glücksfall eingetreten, dass eine TV-Anstalt den Mut zur Länge gehabt hat: ein 450-Seiten-Buch in 14 Folgen – es war auch die teuerste Fernsehproduktion der damaligen Zeit. Zuerst für den Hauptabend geplant, hat sie dann (auch durch die negativen Presseberichte) doch der Mut verlassen und die Sendung auf 21:30 verschoben (offiziell aus Jugendschutzgründen).

Schade, dass RWF schon gestorben ist, sonst hätte ich ihm vorgeschlagen, den Spurenzeichner zu verfilmen. Aber dazu hätte heute sowieso kein Sender mehr den Mut oder den Willen – aber wohl auch nicht für andere nicht massentaugliche Großprojekte. Mitlesende Produzenten, die mich vom Gegenteil überzeugen wollen, sind herzlich willkommen. 😉