Heute habe ich bei einem Freund seinen Geburtstag gefeiert – eine Wohnung im 5. Stock direkt an der Alten Donau mit Blick über halb Wien und natürlich auch auf das heutige Gewitter. Dabei ist mir meine Konditionierung auf Nussschokolade (schon wieder so ein Wort mit 3 „s“) eingefallen. Als Kind beim Camping mit meinen Eltern hat es bei Gewitter immer Nussschokolade gegeben, aus der irrigen Meinung heraus, dass ich vor Gewittern Angst hätte. Jetzt weiß ich einfach nicht mehr, ob ich Nussschokolade wegen der Gewitter mag oder ich Gewitter wegen der Nussschokolade liebe.
Und ob es wahr ist, dass die Gewitter heutzutage auch nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Nur die Nussschokolade kommt mir noch unverändert vor.
Ein Versuch, vor Jahren, das noch einmal mit jemand anderem auszuprobieren, war leider von bescheidenem Erfolg gekrönt – es hat zwar fast eine Woche lang geregnet …
Gewitter beim Campen? Also, ich habe bereits zwei Mal ein Unwetter im Wohnwagen am Ratzersdorfer See über mich ergehen lassen müssen. Also, da hab ich mir schön ins Hoserl gemacht, weil ich dachte, jeden Moment fliegt der Wohnwagen davon, freilich mit mir.
Das heißt, du bist jetzt sozusagen Nussschokoladen-Blitz-Resistent?
Äh, was wolltest du da genau ausprobieren?
Der Dichter ist neugierig …
Also: mit einer Herzdame an die Plätze der Kindheit fahren. Kann gut gehen, muss aber nicht. In diesem Fall wohl eher zweiteres.
Aber ein ganz brauchbarer Text ist daraus entstanden, der dann bei einem Internet-Literaturwettbewerb zum Thema „Paradiese“ prompt gewonnen hat: somit hat es zumindest eine Veröffentlichung und 500 Euro gebracht. Immerhin.
Tja. Da kann man nur sagen:
Pech in der Liebe, Glück im Literaturroulette
[nein, natürlich ist da auch Können dabei!]
Und ja. Dichter und Privatschnüffler sind von Natur aus neugierig.